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Qualität vor Quantität: Die richtige Zahnpflege nach dem Obstgenuss 

Sommerzeit ist Obstzeit. Ob Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen: Frisches Obst gehört im Sommer einfach dazu. Doch was halten unsere Zähne eigentlich vom exzessiven Früchteschlemmen? Gab es da nicht diese Regel aus Kinderzeiten, die besagt, dass man nicht unmittelbar nach dem Obstgenuss die Zähne putzen darf?

Diese Frage hat die bitte lächeln-Redaktion zum Anlass genommen und bei einem nachgefragt, der es definitiv wissen muss: Dr. Falk Schwendicke, stellvertretender Leiter und Oberarzt der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin an der Charité in Berlin.

Auch Dr. Schwendicke hat von dieser „Regel“ schon gehört – und kann sie nur bestätigen. „Aus wissenschaftlicher Sicht empfiehlt es sich, nach dem Obstgenuss mit dem Zähneputzen so lange zu warten, bis der Zahnschmelz wieder hart ist. In der Regel ist das nach 30 Minuten der Fall.“ Denn alles, „was sauer ist“, greift den Zahnschmelz an, macht ihn fragil und erhöht das Risiko für Zahnschäden. Neben Obst gilt das im Übrigen auch für alle säurehaltigen Nahrungsmittel und Getränke, beispielsweise für Gemüse oder Coca Cola. Als wissenschaftlich gesichert gilt mittlerweile, dass Milchprodukte dagegen hilfreich für die Konsistenz des Zahnschmelzes sind: So sorgt der hohe Anteil an Kalzium dafür, dass der Zahnschmelz richtig hart wird.

Kaugummis als Alternative

Und was tun, wenn es mal schnell gehen muss? Die Nektarine oder der frisch gepresste Smoothie aus der Kantine unmittelbar vor einem wichtigen Geschäftstermin, wo man mit frischem Atem auftauchen möchte und nicht eine halbe Stunde warten kann, bis der Zahnschmelz wieder hart ist? Auch für diese Problematik hat unser Experte einen Tipp parat. Für diese Fälle rät er, auf bestimmte Kaugummis oder Mundspülungen zurückzugreifen. Insbesondere antibakterielle Kaugummis, die den Speichel anregen, seien eine gute
Alternative zum Zähneputzen.

Ist es jetzt also besser, gleich ganz auf Obst zu verzichten? Aber lehrt uns nicht die Ernährungswissenschaft, dass wir so viel Obst wie möglich essen sollen, da die Vitamine gesund sind und den Körper fit halten? Auch hier kann Dr. Schwendicke weiterhelfen. So spricht aus zahnmedizinischer Sicht überhaupt nichts gegen den Obstgenuss, ganz im Gegenteil: „Essen Sie so viel Obst, wie Sie möchten!“ Wegen der Zuckeraufnahme, die kariogen ist und Säure produziert, rät er jedoch dazu, die Anzahl der Obstmahlzeiten
zu reduzieren: „Die Obstmenge kann den Zähnen nichts anhaben. Von daher ist es eher ratsam, die ständigen Zwischenmahlzeiten zu reduzieren und nicht 20 Mal über den Tag verteilt kleine Obstportionen zu konsumieren.“ Denn dieses Verhalten führe nicht nur zu Erosion, sondern auch zu Karies.

Back to the roots

Wofür Dr. Schwendicke unbedingt plädiert, ist, beim Zähneputzen wieder mehr auf die Qualität zu achten: „Uns Zahnmedizinern ist es lieber, die Patienten putzen zweimal gut als dreimal schlecht. Denn Qualität kommt in diesem Fall vor Quantität.“ Wer also mindestens zweimal täglich putzt, mit der entsprechenden Systematik und der richtigen, das heißt fluoridhaltigen Zahnpasta, kann, so unser Experte, eigentlich nichts falsch machen. Denn: Wer zu oft und zu kraftvoll putzt, hat zwar weniger Karies, riskiert aber freiliegende  Zahnhälse. ■

bitte lächeln-Experte: PD Dr. Falk Schwendicke (MDPH) ist stellvertretender Leiter und Oberarzt der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin und derzeit Sprecher des Fachbereichs Zahnmedizin im Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin.

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