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Auch Zähne brauchen Schutz: Wie wir Zahnunfälle vermeiden

Fahrradhelme, Handgelenkschützer, Schienbeinschoner – all das sind Utensilien, die wir uns zum Sport im Freien zulegen. Doch bei all unserer Vorsicht vergessen wir dabei oft den Schutz eines bestimmten Körperteils: den unserer Zähne! 

Wie man diese beim Sport schützen kann, was es mit einem Sportmundschutz auf sich hat und was im Fall von Zahnunfällen zu tun ist, hat die bitte lächeln-Redaktion im Gespräch mit zwei Experten aus Würzburg in Erfahrung gebracht: mit Professor Gabriel Krastl,  dem Leiter des Zahnunfallzentrums und Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, und mit Professor Angelika Stellzig-Eisenhauer, der Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie. 

bitte lächeln: „Lieber Professor Krastl, was genau ist ein Sportmundschutz und wer sollte einen Mundschutz tragen?“

Professor Krastl: „Die meisten Zahnunfälle passieren entweder zuhause oder an öffentlichen Sport- und Spielstätten. Vor einem Zahnunfall kann man sich in den meisten Fällen nicht schützen. Ausnahmen sind Zahnunfälle, die beim Sport passieren. Hier bietet ein  Sportmundschutz, also eine spezielle Kunststoffschiene, die während der sportlichen Betätigung getragen wird, eine ideale Möglichkeit, Zahnunfälle zu vermeiden oder deren Folgen zu minimieren. Sportarten mit hohem körperlichen Einsatz bergen ein besonders hohes Verletzungsrisiko für die Zähne. Während im Profisport (Boxen, Eishockey, American Football, Rugby) das Tragen eines Zahnschutzes meist vorgeschrieben ist, werden für den Amateur und insbesondere den Schul- und Freizeitsport nur sehr selten Empfehlungen  gegeben. Empfehlenswert ist ein Sportmundschutz grundsätzlich bei allen Sportarten mit höherem Risiko für Verletzungen der Zähne. Zusätzlich werden die Kiefergelenke vor Brüchen geschützt und die Gefahr einer Gehirnerschütterung durch den Aufprall vermindert.“ 

bitte lächeln: „Gibt es denn verschiedene Mundschutz-Arten? Kann ein Mundschutz auch individuell hergestellt werden?“

Professor Stellzig-Eisenhauer: „Prinzipiell gibt es verschiedene Mundschutz-Arten. Die einfachste und günstigste Möglichkeit ist ein konfektionierter Mundschutz. Dieser ist jedoch nicht dem Zahnbogen angepasst und bietet deshalb einen schlechten Halt und  dementsprechend einen schlechten Schutz. Der sogenannte Boil & Bite-Mundschutz besteht aus einem bei hoher Temperatur verformbaren Kunststoff. Dieser wird vom Sportler selbst in heißem Wasser erwärmt und dann an den Zahnbogen angepasst. Der Sitz und der Tragekomfort sind ebenfalls eingeschränkt. Ein professionell beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden angefertigter individueller Zahnschutz ist dagegen optimal. Er schützt vor Zahnunfällen beim Sport, ohne die Atmung zu behindern. Auch bei festsitzender  kieferorthopädischer Behandlung ist das Anfertigen und Tragen eines Zahnschutzes problemlos möglich. Der Mundschutz wird den zu erwartenden Kräften angepasst und besteht je nach Sportart aus mehreren Schichten (Multilayer-Zahnschutz) mit unterschiedlicher 
Elastizität.“

bitte lächeln: „Und wenn es dann doch zu Zahnunfällen kommt: Haben Sie Erste-Hilfe-Tipps für uns auf Lager?“

Professor Krastl: „Kommt es beim Sport zu einem Zahnunfall, ist es sehr hilfreich, wenn man abschätzen kann, um welche Art von Zahnunfall es sich handelt. Poster, wie das aktuelle Zahnunfallposter des Zahnunfallzentrums Würzburg, geben hierzu wichtige Hinweise und Empfehlungen für das Verhalten am Unfallort:“

 

bitte lächeln-Experten: Prof. Dr. Gabriel Krastl ist Leiter des Zahnunfallzentrums und Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie Würzburg. Prof. Dr. Angelika Stellzig-Eisenhauer ist Direktorin der Poliklinik für Kieferorthopädie Würzburg. ■

Fotocredit / Abbildungen: Unternehmen