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Herzschwäche – eine Frage des Schicksals?

Ein schwaches Herz ist nicht nur der häufigste Grund für Klinikeinweisungen, sondern auch eine der Haupttodesursachen in Krankenhäusern – so die ÄrzteZeitung in ihrem Artikel „Herzschwaches Deutschland“.
 
„Die erhöhte Häufigkeit von Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch Herzschwäche genannt, erklärt sich meiner Meinung nach nicht nur dadurch, dass die Menschen in unserem Land immer älter werden und wir immer erfolgreichere Therapien anbieten können, durch die Akutkrankheiten besser überlebt werden – sondern ganz wesentlich auch durch unzureichende Aufklärung der Bevölkerung und mangelnde präventive Strategien“, stellt Prof. Dr. med. Christiane E. Angermann vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz in Würzburg fest.
 
Um das tatsächliche Wissen zum Thema Herzinsuffi­zienz zu überprüfen, gaben der Medizingerätehersteller St. Jude Medical und die englische Patientenorgani­sation Pumping Marvellous eine europaweite Umfrage
in der Allgemeinbevölkerung in Auftrag – mit erstaun­lichen Ergebnissen.
 
Auf die Frage, welches Symptom sie am stärksten mit Herzinsuffizienz verbinden, gaben 82 Prozent der Befragten einen unregelmäßigen Herzschlag an. 79 Prozent hingegen sagten Brustschmerzen an, während 78 Prozent körperliche Schwäche benannten. Die für Herzinsuffizienz typischen Wassereinlagerungen hingegen wurden nur von 43 Prozent der Befragten der Krankheit zugeordnet. Es zeigt sich deutlich, dass der Großteil keine Unterschiede zwischen den Symptomen eines Herzinfarkts und einer Herzinsuffizienz erkennt.
 
Einigkeit herrschte erfreulicherweise darüber, dass ein gesunder Lebensstil einem schwachen Herzen vorbeugen kann. Überraschend hingegen ist, dass 73 Prozent der Studienteilnehmer davon ausgehen, dass Herzinsuffizienz schlichtweg eine Schicksalssache ist, gegen die sie machtlos sind.
 
„Mediziner sprechen von Herzschwäche, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, die benötigte Menge Blut durch den Körper zu pumpen und ihn ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Es gibt sowohl akute als auch chronische Herzinsuffizienzen“, erklärt Prof. Angermann.
 
Zu Beginn einer Herzinsuffizienz sind Patienten oftmals weniger leistungsfähig und fühlen sich schnell erschöpft. Kurzatmigkeit und Wassereinlagerungen in Knöcheln und Füßen gehören ebenfalls zu den Symptomen. Im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung, dass ein schwaches Herz eine normale Alterserscheinung ist, muss eine Therapie erfolgen, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern beziehungsweise hinauszuzögern.